Bis gestern wusste ich nicht, das es in Lichtenstein neben Banken und Stiftungen auch einen kleinen Weinbau gibt. Auch hier
hat die Fürstenfamilie ihre Finger im Spiel.
So stand gestern Abend zur Begutachtung auf dem Tisch:
2008er Vaduzer Pinot Noir, 12,7%
Hofkellerei des Fürsten von Lichtenstein
Der Wein hat eine sehr blassrote Farbe (stark verdünnter Kirschsaft) und einen leichten Erdbeerduft. Im Mund
dünn, leicht süßlich, kurz und nichtssagend. Solche Weine kennen ich noch aus den siebziger Jahren in Rheinhessen. Man konnte sie für 2.50 DM in der Literflasche kaufen.
Der Fürst aber ruft für seinen Pinot Noir umgerechnet ca. 12€ auf. Möge er ihn in Zukunft selber
trinken!
Im Supermarkt fällt mein Blick auf eine Flaschen mit der Aufschrift:
“Nahe - Riesling Auslese trocken" 12% Alc.
Preis 5,99€ im Vertrieb der Firma Schneekloth - Johannisberg
Ich kann mich mal wieder nicht zurückhalten, ich will wissen, was ist da in der Flasche?
Das Rückenetikett verspricht:
"Diese exzellente Riesling Auslese besitzt einen klaren und individuellen Ausdruck und überzeugt durch seine Eleganz und Frische. Am Gaumen und im Duft zeigt er
reife, dichte Fruchtaromen von Apfel, Mango und rotem Pfirsich, sowie eine erfrischende Mineralität. Ein pointiert spritziger Riesling der Extraklasse."
Die Flasche ist mit einem schicken Schraubverschluss versehen, der nicht wie ein Schraubverschluss aussieht. Nachteil, ich bekomme
ihn nur mit Hilfe eines Werkszeugs geöffnet.
Die Nase präsentiert den versprochenen Pfirsich, der Rest haut irgendwie nicht hin. Der Wein ist flach und etwas dünn, die
spitzige Säure ist nicht im Wein, sondern steht daneben. Der Abgang ist bemerkenswert kurz, das Trinkvergnügen tendiert gegen
Null.
... allerdings pro Euro. Bei 4.99€ macht das also satte 90 Parker Punkte.
So steht es auch auf einem kleinen Anhänger an der Flasche „90 Punkte The Wine Advocate Feb. 2009“.
Eigentlich habe ich es mir schon lange abgewöhnt die Angebotsweine bei Aldi auf ihre „Schnäppchen“ Qualität hin zu überprüfen. Waren es doch in der Vergangenheit allesamt herbe Enttäuschungen. Aber
bei 90 Parker Punkten ....
Das Rückenetikett verrät:
„Tempranillo in Eichenfass gereift mit köstlichem Bouquet von reifen, dunklen Früchten unterlegt von einem Hauch Vanille und geröstetem Kaffee. Am Gaumen weich und vollmundig mit elegantem
Abgang“ und Parker wird noch zitiert mit: „It is a terrific value“.
Da war ich doch gespannt, und jetzt ist er im Glas:
In der Nase tatsächlich dunkle Früchte, Kaffee und Vanille. Im Mund dunkle Früchte und Vanille. Das Holz noch etwas vordergründig, die Tannine etwas adstringierend Mittlere Länge.
Für 5 Euro scheinbar ein guter Wein, oder doch nur ein gut gemachter Blender? Ich kenne jedenfalls etliche Weine zum gleichen Preis die ehrlich und besser sind.
Das Sommerloch ist da und hat seine Thema gefunden – das Internet. Nach der Diskussion über das fast völlig wirkungslose „Stopschild“ Gesetz gegen die
Kinderpornographie im Internet kommen jetzt fast täglich neu Vorschläge.
Dem Bürger wird dabei suggeriert, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, und es bestehe die dringende Notwendigkeit dagegen mit neuen Gesetzen
vor zu gehen. Verschwiegen wird dabei, dass schon heute die Urheber von gesetzeswidrigen Handlungen im Internet identifizierbar sind, und damit auch belangt werden können. Vorrausgesetzt die
deutschen Strafverfolgungsbehörden haben Zugriff auf die Person. Haben sie diese Möglichkeit nicht, nützen auch neue Gesetze nichts.
Was soll also diese Scheindebatte? Bestenfalls dient sie der Profilierung von Nobodys. Es könnte aber auch der Test sein, wie laut der Aufschrei ist, wenn die
Politik, und damit auch die herrschenden Kreise der Republik, versucht die Lufthoheit über das Internet zu erringen.
Schon lange wird es mit wachsender Sorge von den Herrschenden beobachtet, das ihr Öffentlichkeitsmonopol heute von jedem der es versteht eine Tastatur bedienen,
unterlaufen werden kann. Es ist nicht mehr so einfach Lügen zu verbreiten, ohne das sie aufgedeckt werden.
Das Internet könnte eine Sprengfalle für die herrschende Klasse und ihre willfährigen Büttel, die Politiker, werden. Das muss natürlich verhindert
werden.
Man sollte es gut beobachten, wie weit die Zensurwilligen gehen!
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