Ich verstehe die ganze Aufregung (hier und hier) um
den GM nicht. Der ist doch vollkommen irrelevant – meinen jedenfalls alle Weinfreunde die ich kenne. Und wenn sie ihn im Bücherregal haben, und eigentlich haben ihn alle, dann nur wegen der
Basisinformationen. Schließlich möchte man mal nachschauen können, wie viel Hektar ein Winzer bewirtschaftet ohne gleich den PC anwerfen zu müssen. Und wenn man beim Winzer anrufen möchte, stehe da
die Telefonnummer drin. Ist doch praktisch. Auch ich habe ihn nur wegen der Telefonnummern, sonst ist der GM , wie gesagt, vollkommen irrelevant.
Schon deshalb, weil er nur nackte Punkte vergibt. „Wollheimer Nordhang Riesling Spätlese trocken, 15,5% 22,50€ 94“ steht in GM. Schluss, mehr nicht. Da habe ich 29,90 ausgegeben und soll auch noch
selber rausfinden, ob der Wein nach Aprikosen oder Damensattel duftet, unglaublich tief ist und eine endlose Länge besitzt. Frechheit!
Irrelevant finden übrigens nicht nur die Weinfreunde dieses Machwerk, nein, auch Winzern ist es vollkommen egal ob sie da drin stehen oder nicht. Und wenn sie ein Gläschen mehr verkostet haben und
gute (wahlweise auch schlechte) Laune haben, sagen sie auch warum, aber nur mit gesenkter Stimme. Korruption und Vetternwirtschaft! Klar, was sonst? Von wegen objektive Bewertung! Fünfzig Prozent
der bepunkteten Weine habe die doch eh nie wirklich probiert, und Ahnung haben sie ohnehin keine.
Na ja, manchmal haben die GM-Verkoster auch mal eine hellen Moment. Dann kommen so Sätze wie „Das Weingut hat in den letzten Jahren durch die Bank Weine auf hohem Niveau produziert“ oder „Die
Kollektion des Weingutes Schwindelmayer gehört zum besten was wir diese Jahr probiert haben“. So was kann man ja mal auf der Webseite oder der Preisliste veröffentlichen. Ändert aber nichts daran,
das der GM vollkommen irrelevant ist.
Das Schlimmste ist aber dieser Diehl! Der ist nicht nur unsympathisch, sondern auch noch Winzer und Verbandsfunktionär! Da hat sich doch der Bock zum Gärtner gemacht! Und jetzt möchte dieser GM
bitte auch noch Geld (immerhin den Gegenwert von zwei drei halben Flaschen Beerenauslese!) dafür haben, dass der arme Winzer mal so eine Lichtblicksatz benutzen darf. Na ja, so genau weiß man es
noch nicht, was passiert wenn man nicht zahlt aber trotzdem zitiert, aber eine Frechheit ist es trotzdem!
Deshalb haben jetzt eins, zwei, drei ... viele Winzer dem Verlag einen bösen Brief geschrieben. Sie wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. Schluss und aus! Man kann seine Weine schließlich auch
ohne GM verkaufen.
Ich kann die Aufregung immer noch nicht verstehen, schließlich ist, ich erwähnte es schon, der GM vollkommen irrelvant!
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